Vor gut zwei Wochen hatte ich die große Ehre, zu einer Veranstaltung in Hensslers Küche eingeladen zu sein. In dieser tollen Showküche hatte der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft E.V. ein paar leidenschaftliche Kochenthusiasten eingeladen, um gemeinsam mit den kompetenten Köchen von Henssler, ein Thanksgiving Menü zuzubereiten. Thanksgiving ist das Erntedankfest, dass vor allen in den USA und Kanada gefeiert wird. Das Schönste war, dass wir passend zu diesem Fest, eine Auswahl von einheimischen Rezepten auszuprobieren durften.

Auf dem Plan standen genau vier Gerichte, die alle für sich genommen, großartig waren. Besonders angetan hatte es mir allerdings der Putenbraten mit Kastanienfüllung, Kartoffelstampf und Cranberrysauce, der als letztes umgesetzt werden sollte. Warum der? Weil ich bei diesem Rezept mit ein paar Zutaten und Geschmackskombinationen gearbeitet habe, die ich wunderbar für die heimische Küche nutzen kann. Jede der Komponenten auf dem Teller ist für sich schon wirklich geschmackvoll, aber alle gemeinsam auf einem Teller vereint, mit dem Wissen diese auch selbst zubereitet zu haben, machen erst einen wirklichen Genuss daraus.

 

Fangen wir mit dem Kartoffelstampf an, welcher eine wunderbare cremige Konsistenz hat und durch eine buttrig, leicht käsige Note angenehm abhebt. Weiter zu dem tollen Gemüse, dass im Ofen geröstet wurde und die Frage aufwirft, können Kürbis und Rosenkohl vielleicht beste Freunde sein? Ja können sie, aber sie werden noch ein viel besseres Team mit der knackigen Walnuss im Hintergrund, die ebenfalls etwas Zeit im Ofen bekommen hat. Bei der Putenkeule hatte ich zum einen endlich mal die Gelegenheit, herauszufinden, wie Kastanien schmecken und ohne zu viel zu verraten, ihr nussiges Aroma hat mich sofort überzeugt! Das frische Putenfleisch dann aber auch selbst zu verarbeiten, mit dieser Kastanien-Brotmischung zu einer Rolle zu formen und diese im Ofen zu garen, war eine weitere Chance meinen Geschmackshorizont ein klein wenig zu erweitern. Begleitet wurden diese aromatischen Komponenten von einer Cranberrysauce, bei der ich mit großer Begeisterung feststellte, dass hierfür tatsächlich frische Cranberrys genutzt wurden, die man gemeinsam mit etwas Brühe und O-Saft einkochte, um so den würzigen Beilagen einen süßlichen Touch zu geben, um zum Abschluss alle Geschmacksnerven gleichzeitig anzusprechen 🤤

 

 

Obwohl ich ja sonst ein Verfechter von überschaubaren Rezepten bin, weil ich ewig lange Zutatenlisten nicht mag, finde ich, kann man mal für eine ganz besondere Gelegenheit mit tollen Menschen, etwas mehr einkaufen, sich genügend Zeit nehmen und mal ein etwas aufwendigeres Menü servieren, eben beispielsweise zu Thanksgiving – gut das ist dieses Jahr zwar schon vorbei und bis nächstes Jahr noch etwas hin, aber Weihnachten steht ja vor der Tür und da würde sich so ein toller Braten mit saisonalen Zutaten doch wunderbar anbieten, oder? Thanksgiving findet nächstes Jahr übrigens am 22. November statt, falls ihr euch das schon mal vormerken wollt 👌🏼

Um euch aber noch eine wichtige Information mitzugeben: Dieses Gericht zuzubereiten, braucht Zeit und ein paar Gerätschaften, die vielleicht nicht jeder in seiner Küche hat. Insgesamt habe ich knapp 2 1/2 Stunden in der Küche verbracht und hab mir mit ein paar Kniffen hier und da ausgeholfen, die ich wie immer gerne, mit euch am Ende dieses Abschnitts teile. Allerdings bleibt trotz der Arbeit und Mühe, die die Zubereitung dieses Gerichts gekostet hat, zu sagen, dass es die Arbeit und den Einsatz wert war und man am Ende dann hoffentlich sehr zufrieden mit einem guten Glas Wein und netten Gesprächen den Abend eröffnen kann 🙂

 

 

Ihr solltet jetzt nicht erschrecken, hier kommen ein paar Tipps rund um dieses Menü, die mir vor, während und nach der Zubereitung eingefallen sind und die ich für nennenswert halte:

  • Passend zur Jahreszeit solltet ihr die benötigen Zutaten frisch beziehen, da insbesondere das Gemüse Saison hat und in guter Qualität günstig zu bekommen ist.
  • Um altbackenes Brot zu bekommen hab ich zwei Tage vorher einfach zwei Brötchen gekauft und in der Tüte rumstehen gelassen ¯\_(ツ)_/¯
  • Statt frische Kastanien könnt ihr auch bereits gekochte Maronen verwenden, die es fertig zu kaufen gibt. Der Unterschied liegt hier lediglich darin, dass Maronen speziell gezüchtet werden und deswegen etwas geschmackvoller sind als Esskastanien
  • Ich habe frische Kastanien gekauft, da ich diese unbedingt selbst im Backofen rösten wollte. Dafür habe ich die Mithilfe dieser Beschreibung zubereitet.
  • Die Putenkeule habe ich, von einem kompetenten Metzger im Supermarkt zuschneiden lassen, dabei hat er den Knochen ausgelöst und ein paar weitere Knorpel entfernt.
  • Einkaufstipp: Achtet beim Einkauf von Geflügelfleisch auf die deutsche Herkunft, zu erkennen an den „D’s“ auf der Verpackung. Diese stehen für eine streng kontrollierte heimische Erzeugung nach hohen Standards für den Tier-, Umwelt- und Verbraucherschutz.
    Weitere Informationen rund um Geflügelfleisch aus Deutschland sowie viele leckere Rezepte findet ihr auf www.deutsches-geflügel.de
  • Je nachdem wie dick euer Putenkeulenbraten ist, müsst ihr diesen evtl. etwas länger im Ofen garen lassen. Ihr solltet hier auf jeden Fall immer mal mit den Fingern fühlen, wie sich die Putenrolle eindrücken lässt, dies gibt gute Rückschlüsse darauf, wie gut es durchgegart ist. Meine vier Rollen haben insgesamt gute 90-100 Minuten im Ofen gegart.
  • Als Bräter für den Putenkeulenbraten habe ich ein baugleiches Modell wie dies* hier verwendet.
  • Als Dampfeinsatz für die Kartoffeln hab ich einfach ein Nudelsieb* aus Metall genutzt und dieses in einen großen Topf mit kochenden Wasser gestellt, die Kartoffeln reingelegt und den Deckel drauf, damit diese im heißen Dampf garen.
  • Den Kartoffelstampf habe ich mit meiner KitchenAid gemacht, natürlich könnt ihr dafür auch einen klassischen Kartoffelstampfer* oder noch besser, eine Kartoffelpresse* nutzen.
  • Die frischen Cranberries bekommt ihr mittlerweile in jedem gut sortieren Supermarkt und solltet ihr unbedingt mal ausprobieren. Meistens stehen die vorne in der Gemüse- und Obstabteilung bei den Beeren in der Kühltheke.
  • Macht die Cranberrysauce unbedingt einen Tag vorher, glaubt mir! Ich hab mich fast schon etwas geärgert, wie schön rot und noch geschmackvoller die am nächsten Tag geworden ist, nachdem sie eine Nacht durchgezogen ist.

 

Lasst mir gerne einen Daumen oder Kommentar zu diesem Rezept da, ich freue mich sehr auf euer Feedback! 🙂

Zubereitungsschritte

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  1. Für die Kastanien-Brotfüllung: Schalotten und eine Knoblauchzehe schälen und in feine Würfel schneiden. Die Brötchen und Kastanien in kleine Würfel schneiden und in eine große Schüssel geben. Petersilie waschen, trocken schütteln, von den Stielen zupfen und fein hacken. 10g Butter in einem Topf bei mittlerer Hitze zerlassen und die Schalotten- und Knoblauchwürfel darin glasig dünsten. Die gehackte Petersilie mit in den Topf geben und kurz mit anschwitzen. 100ml Milch dazu gießen und aufkochen lassen, im Anschluss über die Brötchen-Kastanienmischung gießen. Das Ei dazu geben, mit Salz und Pfeffer abschmecken,  gut durchmischen und 10 Minuten ziehen lassen.
  2. Für den Putenkeulenbraten: Den Backofen auf 165 Grad vorheizen lassen. Ein großes Stück Alufolie mit Öl bestreichen und Salz bestreuen. Das Fleisch mit der Hautseite darauf legen und mit Salz und Pfefeffer würzen. Die Kastanienmasse mittig darauf geben und zu einer Rolle formen. Nun das Fleisch mit der Alufolie möglichst eng einrollen und wie ein Bonbon verschließen. Den Braten in einen Bräter geben und im Ofen 60-75 Minuten garen.
  3. Für das Röst Gemüse: Kürbis und Rosenkohl waschen, Rosenkohl anschließend halbieren. Den Kürbis entkernen und in Würfel schneiden, die Walnüsse grob hacken. Zwei Knoblauchzehen schälen und halbieren. Kürbiswürfel, Rosenkohlhälften, Öl, braunen Zucker und Chiliflocken in einer Schüssel mischen und mit Salz und Pfeffer würzen. Gemüse auf einem Backblech verteilen und 40 Minuten vor Ende der Garzeit des Fleisches in den Ofen schieben und knusprig rösten. Dabei gelegentlich umrühren und 10 Minuten vor Ende der Garzeit die Walnüsse über das Gemüse streuen.
  4. Für den Kartoffelstampf:  In der Zwischenzeit für den Kartoffelstampf die Kartoffeln waschen, schälen und in grobe Stücke schneiden. Die Kartoffelstücke in einen Dampfeinsatz geben, den Deckel schließen und die Kartoffeln über dem kochenden Wasserbad für 15 bis 20 Minuten weich dämpfen. Die gegarten Kartoffeln im Anschluss in eine Schüssel geben. 50ml Milch, Sahne und 40g Butter in einen kleinen Topf geben, aufkochen und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Die Milch-Sahne-Mischung zusammen mit dem geriebenen Käse zu den Kartoffeln geben und mit einem Kartoffelstampfer vermischen. Im Anschluss warm stellen.
  5. Für die Cranberrysauce: Orangensaft mit Geflügelbrühe etwa 7 Minuten einkochen lassen. Die Cranberries hinzufügen und 3 Minuten kochen lassen, im Anschluss vom Herd nehmen, die übrigen 20g kalte Butter unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  6. Anrichten: Den Putenkeulenbraten aus dem Ofen nehmen, 10 Minuten ruhen lassen, in 2-3cm dicke Scheiben schneiden und zusammen mit Kartoffelstampf, Röstgemüse und Cranberrysauce servieren.
  7. Lasst es euch schmecken 👏🏼👨🏼‍🍳

 

Credit: Die Inspiration zu diesem Rezept habe ich von deutsches-gefluegel.de und das ursprüngliche Rezepte wurde von mir noch leicht abgeändert.

*bei den beiden Empfehlungen handelt es sich um Affiliate-Links von Amazon.de. Wenn ihr die Links für euren Einkauf nutzt, werde ich prozentual daran beteiligt. Für euch entstehen dadurch aber keine weiteren Kosten.